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9. Internationale Rhythmikwerkstatt DLACROZE 2009
Thema: Rhythmik und Sprache
3. 9. 2009 – 6. 9. 2009

veranstaltet vom Institut Rhythmik Hellerau e.V. im Festspielhauses Hellerau
Künstlerische Leitung: Prof. Christine Straumer
in Zusammenarbeit mit Hellerau Europäisches Zentrum der Künste und der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden
Organisation und Öffentlichkeitsarbeit: tristan production

NACHKLANG

Am gestrigen Sonntag fand die 9. Internationale Rhythmikwerkstatt „Dalcroze 2009 – Rhythmik und Sprache“ mit Worldrhythmicscafé® ihren Abschluss. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten in diesem choreografisch – musikalisch inszenierten Forum ihre persönlichen und beruflichen Ansprüche an die Rhythmik, die gesellschaftlichen Möglichkeiten der weiteren Verbreitung sowie Visionen und Wege, diese in die Realität umzusetzen. Gerungen wurde um die Klarheit der Inhalte, die den pädagogischen und künstlerischen Arbeitsweisen mit Musik, Bewegung und Sprache innewohnen und um die Begrifflichkeit der Rhythmik, als einer vor 100 Jahren unter anderem in Hellerau durch Emile Jacques – Dalcroze entwickelten Methode. Die Teilnehmer bekräftigten das interdisziplinäre Potential dieses ganzheitlichen, in viele Bereiche vorschulischer und schulischer, künstlerischer und therapeutischer Arbeit bereits einfließenden Arbeitsprinzips.

Den Veranstaltungen der Internationalen Rhythmikwerkstatt mit Workshops von Prof. Christine Straumer, Prof. Steffen-Wittek und Prof. Reinhand Ring, den Ateliers mit Annette Jahns und Johannes Bönig, wissenschaftlichen Vorträgen und Demonstrationen stand mit dem Dalcroze – Saal und verschiedenen Studios des Festspielhauses Hellerau der ideale, geschichtsträchtige Ort zur Verfügung. Die über 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und Polen zeigten hier in einer Abschluss-Performance eine Auswahl entstandener Arbeiten sowie Performances mit Studierenden der Hochschule für Musik Łódź. Dozenten und TeilnehmerInnen unterstrichen das hohe inhaltliche Niveau, den kreativen Rahmen sowie die professionelle Organisation der Veranstaltung.

Die 9. Internationale Rhythmikwerkstatt konnte nur realisiert werden durch die Kooperationen mit dem EZKH, der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden sowie durch Spenden der Deutschen Werkstätten Hellerau, des Gebäudeensemble Hellerau, durch eine Zuwendung aus dem Lotteriefond der Stadtsparkasse Dresden sowie die Förderung des Amtes für Kultur und Denkmalschutz der Stadt Dresden.

Der Veranstalter Institut Rhythmik Hellerau e.V. und die künstlerische Leiterin Frau Prof. Christine Straumer resümieren eine gelungene Rhythmikwerkstatt 2009. Die Weichen für die Vorbereitung der 10. Internationalen Rhythmikwerkstatt 2010 sind gestellt!

Institut Rhythmik Hellerau e.V.

PROGRAMM

Vorträge:

  • Prof. Dr. Stefan Koelsch (Universität Brighton)
    Neurokognitive Grundlagen der Verarbeitung musikalischer Syntax und Semantik 
    Wie die musikalische Sprache unser Gehirn formt. Entwicklung der Musikverarbeitung bei Kindern – eine neurowissenschaftliche Perspektive.
  • Prof. Dr. Wolfgang Lessing (Dresden)
    Sprache als Medium musikalischer Ausdrucksschulung 
    Übungen und Modelle zur Bewusstmachung und Verfeinerung energetischer Abläufe in der Musik.

Workshops:

  • Prof. Christine Straumer (Dresden)
    Reime, Verse und Gedichte in Musik und Bewegung
    Kinder lernen mithilfe von Bewegungselementen, sprachliche Strukturen zu erfassen. Durch Rhythmus, Melodiefluss und Phrasierung werden Atemfluss, Sprachartikulation und Sprachklang geformt. Entwicklung und Erprobung von Spielformen für Kinder von 4-10 Jahren zur Sprachfindung und Verbesserung der Ausdrucksfähigkeit.
  • Prof. Marianne Steffen Witteck (Weimar, Köln)
    Rhythmen mit Körper, Stimme und Percussion 
    Phantasievolle Sprechsilben, stimmliche Imitation von Percussion-Klängen und Körpereinsatz dienen weltweit der Erzeugung rhythmischer Energien. Die Wechselwirkung von Stimme, Bewegung und Instrumenten wird gesucht und erprobt, um verschiedenen Rhythmus-Konzepten näher zu kommen.
  • Prof. Reinhard Ring (Hannover)
    Szenisches Gestaltung und Schauspiel
    Mit Musik und Bewegung werden Übungs- und Trainingsformen zur Sprachrhythmik erprobt. Musik und Bewegung als Impulsgeber für szenische Gestaltung und Schauspiel.

Ateliers:

  • Johannes Bönig (Dresden)
    Bewegung – Text – Komposition 
    Texte werden in Bewegung choreographiert. Die Teilnehmer wählen aus verschiedenen vorgegebenen Texten beziehungsweise Gedichten. Wortklang, Sprachrhythmus und Inhalt werden gleichermaßen als Bewegungsimpulse genutzt, wodurch neue Ebenen der Sprachwahrnehmung entstehen.
  • Annette Jahns (Dresden)
    Romantik – wie modern? 
    Arbeiten mit Texten von Joseph von Eichendorf und anderen…… Texte der Romantik sind Wunschbilder, Traumbilder, Schreckensbilder. Man kann sich in ihnen verlieren oder sie hinterfragen, in sie eintauchen oder sich dagegen wehren. Mit Stimme und Körper werden diese Möglichkeiten entdeckt. In der Auseinandersetzung mit Texten entstehen Musik und Kompositionen im Raum.

Offene Veranstaltungen

  • Film „TanzText“ 
    Mitschnitt einer Live-Performance der Literaturwerkstatt Berlin von 1997
    Choreografie: Johannes Bönig
  • World Rhythmic Café® 
    Die Veranstaltung verbindet Kommunikationsebenen von Sprache, Bewegung und Musik, entwickelt von Christine Straumer und Johannes Bönig in Zusammenarbeit mit World Café Europe e.V., Patricia Munro und Jeffrey Beeson (München, New York)
    Die Frage: „Der Rhythmus der Gartenstadt – eine tote Sprache?“

Förderer und Sponsoren

Kulturamt der Stadt Dresden, Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, Stiftung für Kunst und Kultur der Stadtsparkasse Dresden, Deutschen Werkstätten Hellerau GmbH, Grundbesitz Hellerau GmbH, Gesellschaft der Freunde und Förderer der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden e.V., SDWC e.V., Dresdner Bürgerverein für Kulturförderung e.V. sowie weitere private und institutionelle Spender.

FOTOS

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